Folgende Leistungsbilder sind Gegenstand des Projektes und hinsichtlich des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes einzubinden:
Objektplanung Ingenieurbauwerke
Im Zusammenhang mit der Nachrechnung und Ertüchtigung der Brücken an Bundesfernstraßen wurde die Talbrücke Oesede nachgerechnet. Als Ergebnis stellte sich heraus, dass sie wesentliche rechnerische Nachweisdefizite aufweist und das erforderliche Ziellastniveau nicht erreicht. Die Talbrücke besitzt altersbedingt nur noch eine eingeschränkte Tragfähigkeit und wird den zeitgemäßen Anforderungen an Brückenbauwerke nicht mehr gerecht. Weiterhin besitzen die sich bei der abschnittsweisen Herstellung eines Spannbetonbauwerks ergebenen Fugen keine ausreichende Dau-erhaftigkeit. Aufgrund dessen sind bereits mehrere verkehrliche Maßnahmen getroffen worden. Im Zuge der Planungen wurde festgestellt, dass eine Weiternutzung der Unterbauten unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll möglich ist. Daher ist der vollständige Ersatzneubau dieser Talbrücke vorgesehen.
Aufgrund der sehr wichtigen Verkehrsverbindung für den Kfz-Verkehr, erfolgt der Ersatzneubau weitestgehend unter laufendem Verkehr, bauzeitliche Sperrungen werden auf ein Minimum reduziert.
Um den Verkehr über weite Zeitbereiche der Baumaßnahme aufrecht zu erhalten, wird die geplante 6-feldrige Brücke mit zwei Überbauten nacheinander hergestellt. Vor der Nutzung des ersten Überbaus in endgültiger Lage wird dieser bereits in Seitenlage mit zweispuriger Verkehrsführung genutzt. Dadurch ist ein Zwischenausbau der B 51 mit Führung über die Behelfsbrücke bzw. dem ersten Überbau erforderlich.
Zwischenausbau:
Für die Nutzung des ersten Überbaus als Behelfsfahrbahn, verschwenkt die Fahrbahn der Bundesstraße 51 mit einer Verziehungslänge von rund 135 m auf die westliche Seite des vorhandenen Brückenbauwerks. Der Querschnitt sieht eine 7,75 m breite Fahrbahn vor. Aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden angrenzenden Flächen, kann für die Behelfsfahrbahn keine Böschung berücksichtigt werden. Die Höhenabfangung erfolgt mittels Stützwand. So wird auf einen Eingriff in den Oeseder Bach verzichtet.
Bedingt durch die Lage der Brückenpfeiler der Behelfsbrücke, ist die dort befindliche
Oeseder Straße temporär im Querschnitt einzuengen. Eine Zweirichtungsfahrbahn lässt sich nicht aufrechterhalten. Die Fahrbahn wird zu einer Fahrspur zusammengeführt und mittels (Baustellen-) Lichtsignalanlage wird der Verkehr geregelt.
Endausbau:
Von der Anschlussstelle (B 51, L 95) im Süden aus kommend, verläuft die Bundesstraße mit einem Radius von R = 1.550 m in nördlicher Richtung. Unmittelbar vor dem Brückenbauwerk verläuft die Trasse gradlinig weiter und schließt mit einem Radius R = 90.000 m wieder an den vorhandenen Ausbau an. Die Streckenlänge der Maßnahme beträgt rund 550 m, wobei das Brückenbauwerk eine Gesamtstützweite von rd. 185 m aufweist.
Das vorhandene einteilige Brückenbauwerk weist eine Querschnittsbreite von rund 17,50 m auf und wird im Zuge des Neubaus zweiteilig mit einem neuen Querschnitt RQ 21B hergestellt. Der Querschnitt der Fahrbahn wird entsprechend verbreitert. Die Verziehungslänge beträgt rund 150 m.
Die Fahrbahn weist am Beginn der Baustrecke eine Einseitneigung auf und wechselt vor dem Brückenbauwerk auf ein Dachprofil, welches sich bis zum Bauende durch-zieht.
Für die Herstellung des Brückenbauwerkes sind mehrere Baustellenzufahrten einzu-richten und zu unterhalten. Die Zuwegungen erfolgen von der Oeseder Straße aus. Die Zufahrten wurden mittels dynamischen Schleppkurvennachweisen nachgewie-sen. Als Bemessungsfahrzeug wurde der LKW / Sattelzug gewählt. Eine Befahrung ist gegeben.
Für das Busunternehmen, mit Anbindung an die Oeseder Straße, wird eine neue dau-erhafte Zufahrt weiter südlich hergestellt.
Die Entwässerung des Brückenbauwerks erfolgt über Abläufe, welche das anstehen-de Oberflächenwasser über Längs- und Fallleitungen sammeln und weiter zum neuen Regenrückhaltebecken (wird vorab hergestellt und ist nicht Bestandteil dieser Aus-schreibung) transportieren. Das anstehende Oberflächenwasser wird von da aus in die Düte eingeleitet. Eine Vorklärung erfolgt durch einen Übergabe-schacht mit Sand-fang und Tauchwand sowie eine Sedimentationsanlage. Die Fahrbahn der B 51 ent-wässert über die Böschung (Dammlage) in die vorhandenen Straßenseitengräben. Der süd-westliche Straßenseitengraben ist zeitgleich als Gewässer Oeseder Bach (Nr. 3622) geführt. Ein Eingriff in den Bach erfolgt nicht.
Bauwerksabmessungen und Bauwerksdaten des Bestandsbauwerks:
ASB-Nr. 3714507
Baujahr: 1965
Bauart: 2-stegiger Plattenbalken über 6 Feder
Gründung: Tiefgründung
Stützweite: 27,5 / 30,4 / 30,4 / 30,4 / 30,4 / 27,5 m
Breite: 17 m
Brückenfläche: rd. 3002 m²
Bauwerkswinkel: 100 gon
Hauptbaustoff des Überbaus Stahlbeton, Spannbeton
Bauzustandsnote 3,4
Traglastindex V
Alle weiteren Angaben zum Bestandsbauwerk sind den beigefügten Unterlagen zu entnehmen.
X Fachplanung Tragwerksplanung
siehe Beschreibung oben
X Objektplanung Verkehrsanlage
siehe Beschreibung oben
X Rückbau von Ingenieurbauwerken
siehe Beschreibung oben