Die Medizinische Hochschule Hannover plant den Abschluss einer Rahmenvereinbarung zum Austausch der vorhandenen apparativen Infusionstechnik des Herstellers B. Braun vom Typ FM.
Zudem müssen zwei weitere Funktionsbereiche und zwei Intensivstationen mit zusätzlicher apparativer Infusionstechnik ausgerüstet werden.
Das Gesamtkonzept beinhaltet weiterhin, dass die gesamte Infusionstechnik der MHH in ein Infusionsmanagementsystem überführt wird, das mittels Integration von Hardware, Software und Zubehör, den gesamten Prozess der Infusionstherapie digital unterstützt und weitestgehend automatisieren kann.
Hierzu gehören u.a. ein Echtzeit-Monitoring mit der Möglichkeit der Statuserhebung aller vernetzten Pumpen (wie Dosierung, Restlaufzeit, Alarme, etc.) von jedem Arbeitsplatz im Krankenhausnetzwerk. Die Hinterlegung von
Medikamentendatenbanken mit standardisierten Medikamentenlisten inkl. Sicherheitsgrenzen (Hard/Soft Limits), um Medikationsfehler zu reduzieren und den gesamten Prozess des Pflege-Workflows dadurch nachhaltig zu verbessern.
Es sollen Auswertemöglichkeiten geschaffen werden, die Prozessoptimierungen in der Medikation von Arzneimitteln ermöglichen. Weiterhin soll eine zentrale Geräteverwaltung zur Unterstützung der hauseigenen Medizintechnik bei der Überwachung der Geräte u.a. die Durchführung von Remote-Software-Updates ermöglichen. Die Pumpen bzw. Systeme sollen, wie vor beschrieben von der hauseigenen Medizintechnik betreut, im Pool administriert und konfiguriert werden
können, weshalb jedes Pumpensystem universell in den unterschiedlichen Organisationseinheiten zum Einsatz kommen
kann. Demzufolge müssen die unterschiedlichen Therapiemodi ubiquitär verfügbar sein.
Die formulierten Anforderungen des Leistungsbeschreibung ergeben sich aus den Notwendigkeiten des klinischen Alltags
in der MHH und wurden überdies aus den Erkenntnissen einer EU-weiten Markterkundung im Jahre 2025
(Verfahrenskennung: 2025/736/ME-002) gewonnen.
Als Haus der Supra-Maximalversorgung, ist die Medizinische Hochschule Hannover darauf angewiesen eine herstellerbezogene Standardisierung in der Medizintechnik durchzuführen oder Produkte einzusetzen, die untereinander uneingeschränkt kompatibel sind.
Die MHH behandelt Patienten mit höchster klinischer Komplexität. Die technische Ausstattung muss dieser Komplexität
durch maximale Interoperabilität folgen.
Um das KRITIS-Schutzziel "Patientensicherheit" zu erfüllen, ist die Beschaffung in den meisten Fällen auf definierte Hersteller-Plattformen begrenzt, die die Voraussetzungen einer vollständigen funktionalen und technischen Kompatibilität
ohne Schnittstellenverlust bei semantischer Datenparität gewährleisten.
Nur eine herstellergleiche oder kompatible Systemumgebung garantiert, dass beispielsweise Vitalparameter und Medikationsdaten ohne manuelle Übertragungsfehler und unter Wahrung der Datenintegrität in das digitale Langzeitmonitoring einfließen. Eine Standardisierung reduziert überdies die Variabilität in kritischen Handlungsabläufen
(z. B. Alarmmanagement), was besonders in Stresssituationen (Reanimation, Notfallverlegung) lebensentscheidend ist.
Jede Neuanschaffung muss die Kompatibilität zum bestehenden "Clinical Pathway" nachweisen und den nahtlosen
Datentransfer ohne Hardware- und Softwarewechsel am Patienten sicherstellen.
Die Gewährleistung der Patientensicherheit ist ausschließlich durch das Konzept "Zero-Transfer-Risk" darzustellen.
Bei häufigen Verlegungen zwischen Fachbereichen (z. B. von der Notaufnahme in den OP und weiter auf die Intensivstation) eliminiert eine herstellergleiche Ausstattung riskante Schnittstellen.
Im Hinblick auf diese Ausschreibung sollen die vorgenannten Argumente die lange Laufzeit der geplanten Rahmenvereinbarung über 8 Jahre verdeutlichen, um die Systemkompatibilität über einen langen Zeitraum sicher zu stellen.
Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Medizinische Hochschule derzeit einen nicht unerheblichen Bestand an apparativer Infusionstechnik des Herstellers B. Braun, betreibt.